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Stückige Tomaten, passierte Tomaten und Drumherum

I LOVE MACCHERONI

Maccheroni, Maccaroni, Macaronis. Der Name dieses Klassikers aus der italienischen Küche hat einen komplexen Ursprung.

I Love Maccheroni

Er geht auf das griechische makròn, makarìa, Teig aus Gerstenmehl und Brühe, oder macàr, Speise der Seligen zurück.

Aus der Region Magna Graecia stammend, wurde das Wort verwendet, um jegliche Art von Nudeln zu bezeichnet, bis die Neapolitaner, Meister in der Küche der Makkaroni, Klarheit schufen.

Makkaroni sind „jene langen Nudelröhrchen… die man in Wasser kocht und mit Käse und Tomatensauce isst.“

Das ist das beliebteste traditionelle Rezept - Pummarola (Tomate), Cacio (Käse) und ein Hauch Pfeffer - zumindest bis 1830, als das Gericht so im britischen "Penny Magazine of Useful Knowledge" beschrieben wurde.

Im 13. Jahrhundert erscheinen die Makkaroni im Testament eines Soldaten, der eine „bariscella una plena de macaronis“ hinterließ.

Im 19. Jahrhundert bilden die ersten Fotos unter anderem die Maccheronari ab, Straßenverkäufer, die dieses gesunde und nahrhafte Gericht an den Straßenecken verkauften.

Aber bereits im 16. Jahrhundert erobern die Makkaroni die internationalen Esstische.

Zuerst am französischen Hof, „exportiert“ vom Gastronom ante litteram Bartolomeo Sacchi, genannt il Platina, und von Caterina de’ Medici, dann in England, wo sie in einem technischen Wörterbuch und sogar in einer Theaterkomödie, „The Macaroni“, auftauchen.

Die Makkaroni sind im 18. Jahrhundert eine wahre Ikone.

Sie inspirieren nicht nur den kulinarischen Ideenreichtum, sondern auch Lieder, Gedicht und Sonette…
 

Literarische Makkaroni

Unter den berühmten Autoren finden wir Giacomo Casanova, dank seinem Sonett (1734) zum „Principe dei Maccheroni“ gekrönt:

„Willst du zur Vermählung schreiten
Und das Hochzeitsmahl bereiten:
Stets zum Feuerherd, mein Sohn,
Einen Kessel Maccaron.“

Und mit Makkaroni fordern einander auch Giacomo Leopardi und Gennaro Quaranta heraus.

Ersterer spottet über die Neapolitaner wegen ihrer grenzenlose Liebe zum Essen („... ganz zu meinem Schaden rüstet Neapel sich um die Wette zum Schutz seiner Makkaroni; denn auf Makkaroni legt es mehr Wert als aufs Sterben“, 1835), Letzterer …  verspottet Leopardi.

„Und du warst unglücklich und leidend
O erhabener Sänger von Recanati,
der du Natur und Schicksal verfluchend
in dir gewühlet hast voller Grauen.

Oh niemals lachten deine spröden Lippen,
noch deine tiefliegend leuchtenden Augen
weil du... nicht schwärmtest für maltagliati
für Eierküchlein und feine Pasteten!

Doch hätt’st du geliebt die Makkaroni
mehr als die Bücher, die dich nur verdüstern
dann hättest du nicht so bitter gelitten...

Und umgeben von fülligen Frohnaturen
wärest du fröhlich geblieben wohl gar
bis neunzig oder auch hundert Jahr.“
 

Wissenswertes

Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert behauptet sich die „poesia maccaronica“, ein goliardischer literarischer Stil, der in Teofilo Folengo einen seiner größten Vertreter sieht.

Der Begriff maccaronico wird auch heute noch für eine chaotische Sprache verwendet, die lateinische und italienische Wörter vermischt und ihre Endungen vertauscht, im Gegensatz zu einer ausgefeilten Sprache

Und nun Original-Tipps für literarische Makkaroni, aus der Feder von Gioacchino Rossini aus dem Jahre 1855 und immer noch aktuell.

„Damit die Makkaroni appetitlich werden, braucht man eine gute Pasta, eine hervorragende Butter, eine exzellente Tomatensauce und einen exzellenten Parmesan, sowie eine intelligente Person, die kocht, würzt und serviert.“

We love Maccheroni!

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